Lam Tran, Student – September 2017

Meine Erfahrungen als Nachhilfelehrer ähneln sich in den meisten Fällen sehr meinen anderen Nachhilfeerfahrungen für Kinder und Jugendliche:
Kinder und Jugendliche haben das gewisse Potential und brauchen einfach nur mehr Zeit, ihre Begabungen und Interessen entfalten zu können. Sie können am besten Spätnachmittags nach dem Spielen sich konzentrieren und erst mit individueller Unterstützung sich am besten entwickeln, weil sie früh am Morgen in der Schule in einer Gruppe ziemlich unmotiviert und leicht ablenkbar sind.
Der große Unterschied zwischen der regulären Nachhilfe und dem „Bisa“-Projekt liegt jedoch darin, dass das nicht auf Honorarbasis beruht. Man unterstützt das Kind nicht wie sonst wegen dem Geld, sondern weil man von Herzen dem Kind eine bessere Zukunft ermöglichen möchte, insbesondere Kindern aus der sozial schwächeren Schichten. Dort müssen die Eltern häufig sehr lange arbeiten, sodass entgegen der eigenen Erwartungen grundlegendes Wissen bei den Kindern leider häufig fehlt. Allgemeines Wissen und grundlegende Fakten haben die Kinder leider nie vermittelt bekommen. Und mit diesem Wissen möchte man selbst umso mehr dem Patenkind helfen. Deshalb habe ich vor allem bei meinem Sprössling Wert auf Allgemeinwissen gelegt, aber deren schulische Verpflichtungen selbstverständlich nie vernachlässigt. Mein Kind hatte zum Beispiel Schwächen in der Mathematik, hatte aber zugleich Stärken in Deutsch und Kunst, weswegen ich auch gelegentlich versucht habe, mein Patenkind in diesem Bereich zu fördern. Manchmal blieb ich auch deswegen etwas länger, weil ich dem Kind helfen möchte und so vieles weitergeben will. Und ich merkte auch, dass die Kinder wirklich dankbar dafür sind, obwohl ihnen manchmal ihre Situation -glücklicherweise- noch nicht ganz bewusst sind. Auch ist es manchmal etwas schwierig, dem Kind zu helfen, wenn gelegentlich auf benutzte Blätter Matheaufgaben gerechnet werden müssen, anstatt auf neue karierte Blätter, weil ab und zu das Finanzielle fehlt, was ich ziemlich schade finde. Und genau für diesen Einblick und diese Erfahrung, bin ich sehr dankbar, weil diese mir eben auch die Schattenseite der jetzigen Bildungspolitik zeigt.