Jenny, Studentin – Dezember 2017

Ich gebe meiner Schülerin seit Frühling diesen Jahres Nachhilfe und es
klappt super.
Ich habe Riesenspaß daran und mein Schützling scheint sich auch immer auf
ihre Nachhilfestunden zu freuen und das obwohl sie für unsere Nachhilfe
immer um 20 vor 8 schon an der Schule sein muss. Sie ist für mich
mittlerweile wie eine kleine Schwester geworden und ich freue mich immer
wieder, wenn ich Fortschritte sehe, auch wenn sie noch so klein sein mögen.
Da sie eine sehr große Familie hat und sich Zuhause die Aufmerksamkeit ihrer
Eltern mit ihren vielen Geschwistern teilen muss, ist es für mich wichtig,
dass ich nicht nur die „Lehrerin“ bin, sondern vor allem eine Bezugsperson,
zu der sie auch mit ihren Ängsten und Problemen kommen kann. Denn gerade
weil ich selbst im Ausland groß geworden bin, weiß ich wie schwer es ist,
wenn man eine andere Muttersprache hat.
Die Rechtschreibung bereitet ihr immer noch ein paar Probleme und ich
schätze, wir müssen noch viel üben, aber mein Hauptziel ist es, dass sie
Spaß am Lesen und Schreiben findet und wieder gerne zur Schule geht und das
habe ich ohne Zweifel schon erreicht: Anfang des Jahres ist sie zur
Klassensprecherin gewählt worden und heute überreichte sie mir ein
Weihnachtsgeschenk und zeigte mir anschließend ganz stolz ihre erste 2 in
Deutsch.
Ich halte regelmäßig Rücksprache mit Herrn Endlich und auch er sieht, dass
meine Schülerin langsam aufblüht und, dass die Nachhilfe nicht nur ihr,
sondern uns beiden viel bringt.
Ich habe durch das vergangene dreiviertel Jahr einerseits lernen können, wie
man Kindern mit Spaß Deutsch vermittelt, darüber hinaus hat meine Schülerin
mir auch viel von ihrer Kultur gezeigt, mir von ihrem Glauben erzählt und
mir ein paar kurdische Sätze beigebracht. Wenn man erst einmal sieht wie die
Wörter in ihrer Muttersprache geschrieben werden, versteht man auch, warum
sie manche Wörter im deutschen falsch schreibt (z.B. schreibt sie immer
„Mhate“, statt „Mathe“, weil sehr viele Wörter auf kurdisch ein stummes „h“
als zweiten Buchstaben haben).
Ich studiere Wirtschaftsrecht, ein sehr unsoziales Fach meiner Meinung nach.
Gerade deswegen bin sehr dankbar, dass BiSa mir die Möglichkeit gibt auch
auf sozialen Bereichen etwas dazuzulernen.