Drei Jahre BiSa – Jahresbericht 2012

Wir alle, die uns bei BiSa ehrenamtlich engagieren, alle Sponsoren, alle Kooperationspartner können sagen: Welche Entwicklung! Und alle können voller Stolz sagen: „Wir haben unseren Teil dazu beigetragen.“ Erinnert euch bitte: Im Dezember 2009 begannen wir Neuland zu betreten und förderten mit 13 Ehrenamtlichen Kinder an der Brötzinger – und Nordstadtschule. Jetzt haben wir 81 Ehrenamtliche (Seniorinnen, Senioren, Berufstätige, StudentInnen, SchülerInnen) und sind an folgenden Schulen:

  • Brötzinger Schule
  • Buckenbergschule
  • Inselgrundschule
  • Maihäldenschule
  • Nordstadtschule
  • Osterfeldgrundschule
  • Südstadtschule BiSa

Zaghaft begannen wir an den ersten Schulen mit Arbeitsgemeinschaften, Einzel- und Gruppenförderung im Hauptschulbereich. Wir merkten aber schnell, dass es besser ist im Grundschulbereich zu beginnen, Kinder durch die Klassen zu begleiten und unseren Schwerpunkt auf Einzelförderung zu legen. An der Brötzinger Schule und Nordstadtschule sind wir weiterhin an der Grund- und Hauptschule. An allen anderen Schulen überwiegend im Grundschulbereich.

Als wir begannen, StudentInnen zu werben, war es natürlich sinnvoll, diese zunächst an der Buckenbergschule einzusetzen. Hier war es erforderlich, Rücksicht auf die Vorlesungen der StudentInnen zu nehmen. Also schickten wir sie – mit wenigen Ausnahmen – direkt in die Familien. Bis jetzt machen wir gute Erfahrungen damit. Zwischenzeitlich sind  StudentInnen auch an anderen Schulen, wenn sie in der Nähe wohnen oder ein Auto haben.  Alle StudentInnen können ihre Lehrerinnen telefonisch und/oder mit E-Mail erreichen.

Von der Osterfeldgrundschule kam die Anfrage, ob wir auch bei ihnen fördern könnten. Wir hatten keine Schulpaten in Reserve. Aber es ist erstaunlich: Es fanden sich Schulpaten, zuerst einer, jetzt sind es schon 17.

Eine Schulsozialarbeiterin fragte vor den großen Ferien bereits an, ob wir Schulpaten für die Maihäldenschule hätten. Ich musste vertrösten. Jetzt ist eine Studentin dort, bald evtl.  eine Freundin von ihr und im März beginne ich um StudentInnen für diese Schule zu werben. Vorher förderte bereits eine Schulpatin ein Kind dieser Schule im Elternhaus. Außerdem findet ein Koch-/Backkurs statt, der mit Begeisterung besucht wird.

Eine Lehrerin der Südstadtschule wandte sich vor den Herbstferien an mich. Auch dort sind jetzt 5 StudentInnen, die einander motiviert haben.  Es ist wirklich erstaunlich, aber auch verständlich: Die beste Werbung ist die persönliche Ansprache und die eigene Begeisterung.

An der Bohrainschule sind wir im Augenblick nicht.

 

In Kooperation mit der Insel-Real-Schule und der Inselgrundschule wird nach den Weihnachtsferien eine Lese-AG weitergeführt. 15 Schülerinnen der Realschule lesen mit SchülerInnen der Inselgrundschule. Alle freuen sich schon darauf. Sonst hätte dieses Projekt eingestellt werden müssen.

Eine Studentin fördert ein Kind der Konrad-Adenauer-Realschule. Auch von dort kommen immer wieder Anfragen.

Privat fördern drei Frauen/2 Männer Kinder ohne Anbindung an eine Schule.

Bedarf ist natürlich noch an allen Schulen, an denen wir sind. Wir können nur hoffen, dass wir immer mehr Schulpaten gewinnen. Was das wirklich großartige an allen Schulpaten ist: Sie bringen sich wesentlich mehr ein, als wir erwarten dürfen. Und sie geben Kindern Zuwendung, die sie benötigen. Deshalb ist es wichtig, dies nicht als selbstverständlich anzusehen, sondern es auch zu würdigen. Zu würdigen von BiSa selbst, von den Sponsoren, von den Lehrern, den Schulsozialarbeitern und vor allem von den Vätern und Müttern.

Dieses Jahr boten wir zusätzlich zu den Fortbildungen für den Grund-, Hauptschulbereich und die StudentInnen Tagesseminare zur Sprachförderung an. Immer mehr Kinder aus z.B. Bulgarien, Irak, Italien, Portugal, Pakistan sitzen in den Klassen ohne Deutschkenntnisse. Damit können wir die SchulpatInnen nicht allein lassen. Das Interesse an diesen Fortbildungen zur Sprachförderung zeigen, wie groß der Bedarf ist. Die letzte Fortbildung fand am 30.11.2012 statt. Wir hatten das Glück, nachdem uns die erste Dozentin abgesagt hatte, ganz spontan eine Zusage von der Schulsozialarbeiterin der Osterfeldgrundschule zu erhalten. Sie war Montessori-Lehrerin, lebte viele Jahre in unterschiedlichsten Ländern und war ein vollwertiger Ersatz. Alle waren begeistert und können für ihre zukünftige Arbeit viel mitnehmen. Diese Angebote wollen wir fortsetzen.

Was passierte noch bei BiSa?

Dank der Spende des Lions-Clubs Wimsheim findet an der Osterfeldgrundschule eine Theater-AG statt. Immer wieder höre ich wie begeistert die Kinder sind und viele traurig, dass sie nicht zum Zuge kommen. Vor allem eine Schulpatin berichtet, dass ihr Kind (aus dem Irak), seitdem es in die Theater-AG geht, sich öffnet und zu erzählen beginnt. Ein tolles Angebot. Warum kann das nicht an jeder Schule sein? Es bringt Kindern so viel  Selbstvertrauen, Verbesserung der Ausdrucksweise, Förderung der Konzentration, Soziale Kompetenz ………….

Worauf darf BiSa noch stolz sein? Das Sportstacking Turnier! Ruben Kehl, Student der HS, der sich bei einer Werbung für BiSa meldete, bietet an der Nordstadtschule eine AG an. Er kam auf BiSa zu, ob er unter unserer Flagge ein Turnier ausrichten dürfte. In Vorgesprächen klärten wir ab, an was er denken müsste (Presse, Sponsoren etc.) und dann machte er sich auf den Weg. Bei den Pressegesprächen und anderen war ich teilweise dabei, aber sonst organisierte er alles selbständig. Eine großartige Leistung eines Schulpaten. Aber auch wir von BiSa können stolz sein: Ich hätte es nie gedacht: BiSa stellte Schiedsrichter, aber auch bei anderen Aufgaben wie Registrierung der angemeldeten Gruppen, Verkauf von Getränken und Kuchen etc. waren Schulpatinnen dabei. Und die Internationale Frauengruppe spendete Kuchen. Ruben Kehl will 2013 das nächste Goldstadtstacking planen. Und alle Schulpatinnen, die dieses Mal dabei waren, sagten bereits begeistert zu. Das Turnier war eine tolle Werbung für BiSa.

 

Trommel-AG: Martin Ngoubamdjum von der Afrika-Präsenz wird an der Osterfeldgrundschule eine Trommel-AG leiten. Für den Kauf der Trommeln konnten Sponsoren (Kulturamt und Herr Esslinger-Kiefer, PZ) gewonnen werden. Von Herr Ngoubamdjum, der eine große Familie hat, sich aber auch sehr für mehr Verständnis zwischen den Kulturen (Schwerpunkt Afrika) einsetzt, können wir nicht erwarten, dass er die AG ehrenamtlich leitet. Aber auch hier hoffen wir noch weitere Kooperationspartner zu finden. Der Part von BiSa ist zu koordinieren, Sponsoren zu finden und Events zu planen. Herr Ngoubamdjum ist also kein ehrenamtlicher Schulpate, erhält auch von BiSa keine finanzielle Unterstützung, sondern die Trommel-AG ist ein Kooperationsprojekt.

Warum Theater-AG, warum Trommel-AG, warum Sportstacking an Schulen? Warum vielleicht auch Selbstbehauptung für Mädchen an Schulen (wenn wir Sponsoren finden)?

Unsere Förderung durch Schulpaten ist eine wunderbare Sache. Die Theater-AG unterstützt die Kinder zusätzlich dabei, sich auszudrücken, Selbstvertrauen zu gewinnen, sich zu konzentrieren, Phantasie zu entwickeln, Teamgeist und Soziale Kompetenz. Deshalb war es mir wichtig, dass viele Kinder, die bereits gefördert werden, in dieser Theater-AG sind und weitere ihrer Fähigkeiten entdeckt werden.

Das gleiche gilt für die Trommel-AG: Auch hier wird bei  Kindern Selbstvertrauen, Konzentration, Teamgeist und Soziale Kompetenz gestärkt. Außerdem wird der Blick über den Tellerrand geschärft. Wir leben in einer Stadt (Welt) mit unterschiedlichsten Kulturen. Auch bei einer Trommel-AG wird die Konzentration, die Motorik, das Verständnis für andere Kulturen gefördert, das Wir-Gefühl gestärkt. Und das alles spielerisch. Lernen mit Freude ist die Voraussetzung für Lernen. Und wir lernen nicht nur in der Schule. Neugierig machen, Wissbegierde wecken! Was kann es besseres geben?

Sportstacking: Wer beim Turnier sah, mit welcher Begeisterung und Konzentration Kinder und Jugendliche beim Sportstacking dabei waren, muss nicht mehr überzeugt werden. Vielleicht gelingt es Ruben Kehl mit Unterstützung von BiSa sogar einen Verein in Pforzheim zu etablieren. Gefragt wurde von den Zuschauern oft danach. Gerade für Kinder und Jugendliche ist das ein Angebot, durch das sie lernen, sich zu konzentrieren, unermüdlich zu trainieren, also Ausdauer und Teamgeist zu entwickeln und durch die Turniere können sie in weltweite Kontakte zu treten. 

Wir hoffen natürlich, dass wir weiterhin für alles Sponsoren finden. Aber ich bin ganz zuversichtlich. An der Osterfeldgrundschule wurden mit dem Angebot „Selbstbehauptung für Mädchen“ gute Erfahrungen gesammelt. Die Schulsozialarbeiterin wandte sich wegen einer Fortsetzung an mich.

Kooperation Osterfeldgrundschule –BW-Bank: Ein Gespräch findet im Januar statt. Dies haben wir Herrn Fischer vom Lions-Club Pforzheim zu verdanken. Auszubildende sollen Kinder fördern. Vielleicht kommen auch Beschäftigte der Bank hinzu? Wir werden sehen. Auf jeden Fall: Ich bin gespannt und hoffe auf Nachahmer.

Werbung

 

In 10 Stadtbussen fährt Werbung für BiSa auf den unterschiedlichsten Linien. Immer wieder werde ich daraufhin angesprochen. Wir mussten nur die Plakate bezahlen, alles andere ist kostenlos. Danke, Herr Demmel, bei den Verkehrsbetrieben.  

BiSa war Dank Sportstacking oft in den Medien, aber auch über andere Anlässe wurde berichtet wie jährliche Einladung an alle Schulpaten, Mitgliederversammlung, ein Bericht über BiSa im Kurier, Spende vom Lions-Club Wimsheim. 

Unsere Teilnahme am Deutschen Engagementpreis 2012 wurde gewürdigt. Vielleicht erhalten wir einmal diesen Preis?

Und wir warben in der Stadtbibliothek. Auch wenn wir nicht sagen können, es war erfolgreich, werden wir es sicher wiederholen. BiSa bekannt zu machen ist wichtig. Sicher finden dann noch mehr Frauen und Männer zu uns. 

Ein erfolgreiches Jahr können wir wirklich alle sagen. Bei allen Fortbildungen immer wieder die erfreulichen Berichte über die geförderten Kinder, über kleine und große Fortschritte, über das Gefühl bei allen, etwas Sinnvolles zu tun. Beispiele: Angelika: „Meine Kleine nahm mich an die Hand und hält mich seitdem fest.“ Sigrid: „Ich bin richtig stolz, dass meine Schülerin innerhalb sechs Monaten lesen konnte.“ Und alles nur, weil ich ihr Selbstvertrauen gab.“ Ute: Ich liebe meine Kleine richtig. Auch wenn die Fortschritte nicht so groß sind, wie ich mir wünsche. Aber vielleicht erwarte ich auch zu viel. Ein Kind kommt in ein fremdes Land und muss alles verarbeiten. Fremde Sprache, fremde Umgebung, Verunsicherung der Eltern…..Aber ich habe Geduld und freue mich auf jede Stunde. Melanie, eine Studentin: „ Mit meinem Nachhilfeschüler Julian läuft alles super. Wir kommen sehr gut mit einander aus. Er freut sich, laut Aussage seines Bruders, auf die Zeit mit mir.“ Diese positiven Aussagen könnte ich unendlich fortsetzen. Natürlich gibt es auch Zeiten, in denen die Kinder absolut keine Lust haben. Das ist dann die Kunst, mit Geduld, Verständnis, Spielen die Lust wieder zu wecken.

Unseren Jahresabschluss haben wir auf Januar verschoben und werden dies vermutlich auch in Zukunft beibehalten.

Danke, danke, danke an alle. An alle Ehrenamtlichen, alle Sponsoren, alle RektorInnen und LehrerInnen, alle SchulsozialarbeiterInnen. Nur durch diese Zusammenarbeit kann BiSa so erfolgreich sein und ich hoffe, wir können auch in Zukunft weiterhin so gute Arbeit leisten.

Ihre Lilli Gros