Das KLiNGEL-Magazin im Interview mit Lilli Gros

Vom Glück Kindern zu helfen – ein Interview mit Lilli Gros

Kinder zu unterstützen und zu fördern – das hat sich Lilli Gros zur Aufgabe gemacht. Deshalb gründete Sie 2009 den Verein BiSa, der Pforzheimer SchülerInnen gezielt unterstützt und die Zukunftsaussichten der Kinder so verbessert. Wir wollten mehr über dieses tolle Projekt erfahren und haben die Initiatorin des Vereins unter anderem nach ihren Glücksmomenten bei der Arbeit und den Zukunftsplänen des Projekts gefragt.

Ihr KLiNGEL-Magazin: Wie entstand die Idee zu BiSa?

Lilli Gros: Ich war Ausländerbeauftragte der Stadtverwaltung Pforzheim und weiß aus dieser Zeit, dass viel zu viele Kinder ohne zusätzliche Förderung zu wenige Chancen haben. Als ich im Ruhestand war, gründete ich daher mit einigen anderen Engagierten den Verein BiSa – Bürger in der Schule aktiv. Wir begannen im Dezember 2009 mit 13 Ehrenamtlichen und sind mittlerweile 155.

Lili-Gros-bei-der-Arbeit-für-BiSa_Magazinbeitrag1

Wie genau helfen Sie den Schülern?

Wir fördern die Kinder individuell. Es ist uns wichtig, sie in den Bereichen zu stärken, in denen sie unsicher sind, zum Beispiel bei der Groß- und Kleinschreibung, der Wortschatzerweiterung, der Grammatik, bei Diktaten oder Aufsätzen.

Was macht Sie bei der Arbeit für BiSa besonders glücklich?

Dass sich so viele tolle Menschen Zeit nehmen und die Kinder jede Woche jeweils für ein- bis eineinhalb Stunden lang fördern. Oft unternehmen sie darüber hinaus noch etwas mit ihnen. Die vielen vielen positiven Rückmeldungen der Schulpaten – von SeniorInnen, Berufstätigen, StudentInnen, GymnasiastInnen, aber auch der Lehrkörper – zeigen mir, welche großartige Leistung hier erbracht wird.

Zitat-von-Lili-Gros-zu-ihrer-Arbeit_Magazinbeitrag2

Gibt es Erfolge, auf die Sie besonders stolz sind – ganz egal, ob groß oder klein?

Wenn ich höre, dass Kinder, die schlecht lasen, plötzlich Fortschritte machen, die Noten sich dann wesentlich verbessern und wie gerne die Kinder zu ihren Schulpaten kommen oder diese zu „ihren“ Kindern gehen – das alles sind Glücksmomente für mich. Und ich bin mir dann bewusst, wie sinnvoll BiSa ist, vor allem im Hinblick auf die vielen vielen Kinder mit Migrationshintergrund. Unsere Gesellschaft braucht sie. Und sie sind eine Bereicherung für uns. Das erlebe ich jedes Mal bei meiner Förderung.

BiSa wurde schon oft ausgezeichnet – war einer dieser Preise ein besonderer Glücksmoment?

Alle Preise kamen unerwartet. Bis zum Schluss war ich immer unsicher, ob wir einen erhalten. Alle SchulpatInnen, die dabei waren, fieberten mit. Es war jedes Mal ein Glücksmoment. Vor allem deshalb, weil wir Kindern mit diesen Geldern Glücksmomente ermöglichen können.

BiSa-erhält-einen-Preis-von-Echt-gut_Magzinbeitrag3

 

Wie kann man den Verein BiSa unterstützen?

In erster Linie freuen wir uns über Werbung für SchulpatInnen. Kinder benötigen Menschen, die ihnen Zuwendung geben und sie fördern. Diese Menschen suchen wir. Ich bin überzeugt, dass es noch viele gibt, die darin eine sinnvolle Aufgabe sehen.
Natürlich freuen wir uns auch über Spenden. Damit bieten wir Theater-AGs, Trommel-AGs, Restaurantbesuche unter dem Motto Tischkulturen an und vieles vieles mehr, das den Blick über den Tellerrand ermöglicht. Schulwissen zu vertiefen, aber auch zu erweitern, ist ein Anliegen von BiSa.

Haben Sie bestimmte Pläne für die Zukunft von BiSa?
In erster Linie hoffe ich, dass noch viele Menschen zu BiSa kommen und Kinder fördern. Wir sind jetzt an neun Schulen in Pforzheim. Hier alles zu optimieren, auszubauen, aber auch die Weichen für die Zukunft zu stellen, ist ein wichtiges Anliegen. Männer und Frauen für den Organisationsbereich zu gewinnen, ist die Voraussetzung, dass BiSa auch eine Zukunft hat.

Lilli Gros und ihr Projekt BiSa zeigen uns, wie bereichernd es ist, Kinder auf ihrem Weg in eine tolle Zukunft zu unterstützen. Wenn Sie Frau Gros und Ihre Mitstreiter unterstützen und vielleicht sogar selbst aktiv werden möchten, finden Sie alle notwendigen Informationen » hier.
Wir freuen uns, dieses Glücksrezept mit Ihnen zu teilen und danken Frau Gros sehr für das Interview!