Anna – Studentin

Anna2015

 

Seit fast zweieinhalb Jahren bin ich nun schon in einer Klasse in der Nordstadtschule und begleite die derzeitigen Drittklässler seit der ersten Klasse. Zu Anfang wurde mir Ardita, ein Mädchen aus dem Kosovo zugeteilt, die ich in den ersten Monaten wöchentlich in der Schule besuchte. Wir machten zusammen Hausaufgaben, übten Lernwörter und lernten auf spielerische Weise zum Beispiel das Alphabet oder später die Uhrzeit.

Nach und nach verbrachte ich immer mehr Zeit in der Klasse, bis ich die Schülerinnen und Schüler in der zweiten Klasse regelmäßig besuchte und nun oft fast einen ganzen Morgen dort verbringe. Ab und an gehe ich mit Schülern in einen separaten Raum und übe mit ihnen Lernwörter oder mit Schülerinnen und Schülern aus Rumänien und Ungarn, welche die deutsche Sprache noch nicht so gut beherrschen, lese ich oder wir machen kleinere Rollenspiele. Der Umgang mit den Kindern macht mir eine sehr große Freude und ich kann mich voll und ganz auf die Kinder an diesem Morgen konzentrieren und den Studentenalltag vergessen. Oft sind es nur kleine Lernerfolge, die aber für mich einen unglaublichen Fortschritt mit den Kindern zusammen bedeuten. Wir haben zusammen Spaß, sie akzeptieren mich und kommen mit Fragen oft auch zu mir, wenn ihnen eine Aufgabe unklar ist oder sie Probleme mit anderen Schülern haben. Ich sehe vor allem in der Lehrerin eine wundervolle Bereicherung für die Klasse und auch für mich, sie konnte mir bisher so viel beibringen im Umgang mit den Kindern und vertraut mir schon viele Aufgaben mit den Schülern an, wofür ich ihr sehr dankbar bin.

Während meinem Praxissemester konnte ich die Klasse leider nicht besuchen, aber ich wollte auch keine sechs-monatige Pause einlegen, so besuchte ich jeden Samstag Ardita zu Hause. Wir machten Hausaufgaben, schrieben kleinere Aufsätze oder machten Lernwörter, weil sie in Deutsch noch kleinere Schwächen hat. Manchmal nahm ich sie auch mit in die Stadt, wo wir uns ein Straßentheater ansahen oder Eis essen gingen. Wir besuchten abends eine Zirkusvorstellung, was für sie eine Premiere war oder verbrachten Stunden in der Bücherei, wo sie die Gelegenheit hatte ein Buch auszuleihen. Die Familie empfing mich sehr freundlich bei sich zu Hause, wir hatten immer einen Raum für uns, in dem wir lernen konnten oder auch spielen 😉

Wenn die Klasse Ausflüge macht, begleite ich sie ab und zu, wie in das Naturkundemuseum nach Karlsruhe um die Lehrerin zu unterstützen oder ich bin in der Pause oder bei Außenaktivitäten auf dem Sportplatz dabei.

Ich freue mich die gleiche Klasse über einen so langen Zeitraum begleiten zu dürfen und fühle mich bei ihr sehr wohl. Den Kindern und der Lehrerin bin ich sehr dankbar, dass sie mich jede Woche aufs Neue willkommen heißen und ich selbstständig mit den Kindern arbeiten darf. Ich hoffe noch bis zum Ende meines Studiums die Kinder begleiten zu dürfen.